Vertrauen

Das Leben findet einen Weg, wenn du aufhörst, ihm im Weg zu stehen.
Marlies Koel


Kennst du das Gefühl, plötzlich den Boden unter den Füßen zu verlieren? Nicht zu wissen, ob das bisherige Leben, deine bisherigen Entscheidungen „richtig“ waren? Nicht zu sehen, wie es weiterehen könnte? Angst zu haben, alles zu verlieren, vielleicht auch das Leben?

So ähnlich ist es mir gegangen, als 2002 die Panikattacken mein Leben aus den Angeln gehoben und mich auf den Boden haben krachen lassen. Nichts mehr da, was mich zu tragen schien, das gesamte Leben in Frage stehend … Nicht zu wissen, wohin mich die Panik und die damit einhergehnden Depressionen führen werde – und schließlich auch sieben lange Jahre, in denen ich suzidale Gedanken zu vertreiben versuchte.

Ich spürte zutiefst, dass mein Leben nicht mehr so wie bisher weitergehen konnte – und eine Frage beherrschte mich in der ersten Zeit durchdringend und schmerzhaft: „War denn wirklich alles, was vorher war, sinnlos? War mein gesamtes Leben einen einzige Katasttrophe aus Fehlentscheidungen, die jetzt dazu geführt hatten, dass gar nicht mehr ging?
Ich will hier die einzelnen Stationen meiner Gesundung nicht wieder erzählen – bei Interesse lade ich dich ein, dich weiter auf der Webseite umzuschauen oder meine Bücher zu lesen, in denen ich diese Phasen und die Ursachen meiner Erkrankung beschreibe.

Soviel sei hier aber gesagt. Mit den Panikattacken und Depressionen war ich nicht mehr in der Lage, dem Leben im Wege zu stehen. Ich lernte, dass mein bisheriges Leben in erster Linie danach ausgerichtet war, anderen zu gefallen, ihre Erwartungen (ob ausgesprochen oder nicht) zu erfüllen. Ich war fremdbestimmt unterwegs und habe mich immer mehr von dem entfernt, was mich ausgemacht hat. Schließlich wusste ich selbst nicht mehr, wer ich eigentlich war. Schlimmer noch: Ich meinte, dass das, was ich eigentlich war, nicht reichte, nicht tragbar, nicht gewollt war.

In diese Leere fiel plötzlich Licht – ich entdeckte die Kraft von Jesus Worten, die mich unabhängig von kirchlichen Dogmen fanden und dir mir das Gefühl gaben, geborgen und gehalten zu sein, nicht „umsonst“ hier und jetzt zu leben, einen wertvollen Beitrag zum Großen und Ganzen leisten zu dürfen, einfach indem ich war, wie ich war. Mit allen Ecken und Kanten, und vor allem, mit allem, was in mir angelegt war.

Dieser Prozess hat lange gedauert und ist vielleicht noch nicht einmal abgeschlossen, denn es gibt Tage, an denen ich die damals so eindringlich empfangenen Botschaften vor lauter „Krach da draußen“ vergesse.
Gerade in der aktuellen politischen Lage mit all den Krisen frage ich mich, ob mein kleines Licht nicht viel zu klein ist, um auch nur irgendweinen Sinn zu erfüllen … Und ja, das tut es; wenn ich auch nur das Leben eines einzelnen Menschen erhellen kann, dann habe ich gewirkt und meinen Beitrag eingebracht – Gott sei Dank erfahre ich immer mal wieder, dass meine Worte, meine Bilder und Fotos etwas verändert haben.

Das Leben hat sich mir gezeigt, in einer Situation, in der ich nicht im Weg stehen konnte – das größte Geschenk!

Ich wünsche dir von Herzen, dass auch du solche Momente erleben darfst und erkennst, wie wertvoll dein Leben ist!